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Technik & Vergleich

Luft-Wasser-Wärmepumpe oder Erdwärme? Der Vergleich

Luft oder Erde als Wärmequelle? Die eine ist günstiger und schneller installiert, die andere effizienter. Wir vergleichen Kosten, Jahresarbeitszahl, Förderung und Aufwand – und geben eine klare Entscheidungshilfe.

Die zwei häufigsten Wärmequellen

Wärmepumpen unterscheiden sich vor allem darin, woher sie ihre Umweltwärme holen. Für Einfamilienhäuser konkurrieren zwei Bauarten:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: holt die Wärme aus der Außenluft. Ein Außengerät, keine Bohrung, schnell installiert – mit rund 95 % Marktanteil die mit Abstand häufigste Variante.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): nutzt die konstante Temperatur im Erdreich über eine Tiefenbohrung oder Flächenkollektoren. Aufwändiger, dafür sehr effizient und unauffällig.

Kosten im Vergleich

Komplett installiert, im typischen Einfamilienhaus, vor Förderung:

KriteriumLuft-WasserErdwärme (Sole-Wasser)
Anschaffung35.000–45.000 €35.000–55.000 €
ErdarbeitenkeineBohrung/Kollektor nötig
Genehmigungi. d. R. nicht nötigBohrung anzeige-/genehmigungspflichtig

Der Aufpreis bei der Erdwärme steckt fast komplett in der Erschließung – also Bohrung oder Kollektorfläche. Mehr Zahlen im Ratgeber Was kostet eine Wärmepumpe in Bayern?

Effizienz: die Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die JAZ sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht. Je höher, desto niedriger die Stromrechnung.

Luft-Wasser-Wärmepumpe
JAZ ca. 3,0–4,0
Erdwärme (Sole-Wasser)
JAZ ca. 4,0–5,0

Erdwärme ist im Vorteil, weil die Erdtemperatur im Winter konstant bleibt, während die Außenluft genau dann am kältesten ist, wenn am meisten geheizt wird. Über die Lebensdauer holt die Erdwärme einen Teil ihrer höheren Anschaffung über niedrigere Betriebskosten wieder herein – aber nicht in jedem Haus.

Förderung: der 5-%-Effizienzbonus

Beide Bauarten bekommen die Grundförderung. Den zusätzlichen Effizienzbonus von 5 % gibt es jedoch nur für Erd-, Grundwasser- und Abwasser-Wärmepumpen – oder für Geräte mit natürlichem Kältemittel (z. B. Propan). Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Propan-Kältemittel kann diesen Bonus also ebenfalls mitnehmen. Wie sich die Sätze bis 70 % kombinieren, steht im Förder-Ratgeber; den eigenen Satz schätzt der Förderrechner.

Platz, Genehmigung, Aufwand

  • Luft-Wasser: braucht einen Aufstellplatz fürs Außengerät und einen Blick auf den Schallschutz zum Nachbarn. Kein Eingriff ins Erdreich, daher fast überall möglich – auch in Wasserschutzgebieten.
  • Erdwärme: braucht entweder eine Tiefenbohrung (anzeige-/genehmigungspflichtig, in Wasserschutzgebieten oft nicht erlaubt) oder einen großen Garten für Flächenkollektoren.

Entscheidungshilfe: Was passt zu Ihnen?

Eher Luft-Wasser, wenn …Eher Erdwärme, wenn …
Sie günstig & schnell starten wollenSie langfristig maximale Effizienz wollen
kein großer Garten / Wasserschutzgebietgroßes Grundstück, keine Schutzauflagen
normaler Wärmebedarfhoher Wärmebedarf über viele Jahre

Für die meisten bayerischen Einfamilienhäuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die pragmatische Wahl. Erdwärme lohnt sich vor allem bei großem Grundstück, hohem Wärmebedarf und langem Planungshorizont. Endgültig entscheidet die Auslegung vor Ort – das übernimmt der Meisterbetrieb.

Über diesen Beitrag

Erstellt von der Redaktion von Wärmemeister Bayern. Kosten-, Förder- und Technikangaben haben wir nach bestem Wissen recherchiert (Stand Juni 2026). Sie ersetzen keine individuelle Beratung – verbindlich sind der KfW-/Förderbescheid und das Angebot Ihres Fachbetriebs.

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