Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren
Solarstrom selbst verheizen – das klingt nach Gratis-Wärme. Wir rechnen ehrlich nach: wie viel PV-Strom wirklich in der Wärmepumpe landet, ob ein Speicher lohnt und wie § 14a EnWG den Tarif verbilligt.
Warum Wärmepumpe und PV gut zusammenpassen
Eine Wärmepumpe läuft mit Strom – eine Photovoltaik-Anlage produziert ihn. Liegt der eigene Solarstrom unter dem Bezugspreis aus dem Netz, senkt jede selbst genutzte Kilowattstunde die Heizkosten. In Bayern mit seinen vielen PV-Dächern ist die Kombination deshalb beliebt. Wichtig ist nur eine realistische Erwartung – und genau die liefern wir hier.
Der Haken: der Winter
Geheizt wird vor allem von November bis Februar – also genau dann, wenn die PV-Anlage am wenigsten liefert. Im tiefsten Winter deckt der eigene Solarstrom daher nur einen kleinen Teil des Wärmepumpenbedarfs. Den großen Beitrag leistet PV in der Übergangszeit und im Sommer, etwa fürs Warmwasser.
Ehrlich gerechnet: Übers Jahr deckt eine gut ausgelegte PV-Anlage grob 25–40 % des Wärmepumpenstroms – nicht 100 %. Wer „im Winter gratis heizen“ verspricht, übertreibt. Der echte Gewinn ist die Kombination aus Heizstrom und Haushaltsstrom übers ganze Jahr.
Lohnt sich ein Stromspeicher?
Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom vom Tag in den Abend – das erhöht den Eigenverbrauch spürbar. Im Winter sind die Erträge aber so gering, dass der Speicher beim Heizen wenig ausrichtet. Wirtschaftlich wird er vor allem, wenn ohnehin viel Strom im Haus verbraucht wird (Wärmepumpe + E-Auto + Haushalt). Rechnen Sie es für Ihren Fall durch, statt pauschal mitzukaufen.
§ 14a EnWG: günstiger Strom für steuerbare Wärmepumpen
Unabhängig von der PV lohnt sich der Blick auf den Stromtarif. Wärmepumpen, die der Netzbetreiber im Bedarfsfall kurz drosseln darf (steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG), bekommen reduzierte Netzentgelte. Mit einem separaten Zähler und einem Wärmepumpen- bzw. dynamischen Tarif liegt der Arbeitspreis 2026 oft bei rund 22–27 ct/kWh – deutlich unter dem normalen Haushaltsstrom. Details im Ratgeber Stromverbrauch & Betriebskosten.
Was wird gefördert?
Die Wärmepumpe wird über die BEG mit bis zu 70 % gefördert (siehe Förder-Ratgeber). Die PV-Anlage selbst ist nicht Teil dieser Heizungsförderung – sie rechnet sich über Eigenverbrauch und die EEG-Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. Einzelne Kommunen fördern Batteriespeicher zusätzlich; das lohnt eine kurze Prüfung vor Ort.
Lohnt sich die Kombi? Fazit
Ja – wenn Sie sie richtig verstehen. PV + Wärmepumpe senkt die laufenden Kosten und macht unabhängiger von Gas- und Strompreisen. Sie ist aber kein Selbstläufer fürs Winterhalbjahr. Den größten Hebel hat ohnehin eine sauber ausgelegte, niedrig temperierte Heizung – die Voraussetzung dafür, dass die Wärmepumpe wenig Strom braucht. Diese Qualität bekommen Sie beim Meisterbetrieb.
Quellen
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